PresseInformation Nr. 15
19.März 2010
Regionalverband sucht weitere 150 Hektar für den Kiesabbau
Karlsruhe. „Rund 150 Hektar neue Kiesabbauflächen bräuchten wir, um den prognostizierten Rohstoffbedarf für die nächsten 30 Jahre zu decken“, erklärte Verbandsdirektor Gerd Hager vor den Mitgliedern des Planungsausschusses. In dessen gestriger (17.03.) Sitzung gab die Verwaltung einen Zwischenbericht zur laufenden Fortschreibung des Regionalplankapitels „Oberflächennahe Rohstoffe“.
Bei der Suche nach neuen Kiesabbauflächen spiele die Mächtigkeit der nutzbaren Kiesschicht eine große Rolle. Je tiefer die Kiesgruben seien, umso weniger Fläche müsse dafür in Anspruch genommen werden, und umso mehr Spielraum bleibe für andere Nutzungen, erläuterte Hager. „Daher gilt unsere besondere Aufmerksamkeit Flächen, unter denen viel Kies zu erwarten ist.“
Zahlreiche weitere Flächenansprüche seien ebenfalls zu berücksichtigen. Dabei handele es sich zum einen um Bereiche, bei denen der Rohstoffabbau faktisch ausgeschlossen ist, wie beispielsweise Siedlungen, Verkehrswege oder Fließgewässer mitsamt ihrer umgebenden Schutzstreifen. Tabu seien auch Naturschutzgebiete und die engeren Zonen um die Wasserfassungen, da hier rechtliche Vorschriften einen Kiesabbau ausschließen. Andere wertvolle Bereiche von Natur und Landschaft, wie beispielsweise Landschaftsschutzgebiete oder die Rheinauen gelten als Hürde für den Kiesabbau, ebenso die Belastung von Ortsdurchfahrten durch Kiestransporte. Hier sollen laut Regionalverband die konfliktärmsten Bereiche ausgewählt werden.
Den künftigen Bedarf möchte der Verband möglichst durch Tieferbaggerungen in bestehenden Kiesgruben und durch deren Vergrößerung decken. Wo dies zu konfliktträchtig oder mangels tieferer Kiesvorkommen nicht möglich ist, prüfen die Planer Neuaufschlüsse. Voraussetzung hierfür wäre jedoch eine mögliche Grubentiefe von 40 Metern, so der Regionalverband.
Die Vorschläge für Erweiterungen und die Suchräume für Neuaufschlüsse möchte die Verwaltung in den nächsten Monaten mit den betroffenen Gemeinden, mit den Fachbehörden, verschiedenen Interessengruppen und der Industrie weiter entwickeln. Danach sind eine offizielle Anhörung und eine Beteiligung der Öffentlichkeit geplant.
Auf den planerisch festgelegten Flächen sind konkurrierende Nutzungen wie zum Beispiel Siedlungsentwicklung oder Verkehrstrassen ausgeschlossen. Gleichzeitig kann so der Rohstoffabbau frühzeitig auf geeignete Bereiche gelenkt und auf diese Weise empfindliche Gebiete geschont werden.
Anlage
Bildunterschrift: Der Regionalverband möchte den Kiesabbau auf die Bereiche mit der höchsten Mächtigkeit lenken.