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Mitglieder des gemeinsamen Ausschusses des Verbandes Region Rhein-Neckar und des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein bei ihrer Sitzung am 15. März in Kronau

PresseInformation Nr. 11

Interregionaler Dialog zur Verkehrs- und Siedlungsentwicklung in Kronau

Region Rhein-Neckar/Karlsruhe. Der gemeinsame Ausschuss des Verbandes Region Rhein-Neckar und des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein ließ sich bei seiner diesjährigen Sitzung gestern (15.03.17) in Kronau aus erster Hand über den Sachstand zur zweiten Rheinbrücke Wörth-Karlsruhe informieren. Nach Angaben von Abteilungspräsident Jürgen Skarke vom Regierungspräsidium Karlsruhe laufen die Planfeststellungsverfahren für den Brückenneubau in enger Abstimmung mit den rheinland-pfälzischen Nachbarn.

Die Nachbarverbände begrüßen, dass mit September 2017 nun ein konkretes Zeitfenster für den Abschluss der Planfeststellungsverfahren benannt wurde. Ferner zeigten sich die Gremienmitglieder erfreut über die Fortschritte bei den Planungen für die Querspange zur B36, die das Regierungspräsidium auf Grundlage des Untersuchungskorridors erläuterte.

 

Die Verbände mit Sitz in Mannheim und Karlsruhe pflegen den intensiven Austausch auch hinsichtlich der Neu- und Ausbaupläne für den Schienenverkehr. In der Sitzung bekräftigten die Sitzungsteilnehmer erneut ihre gemeinsamen Grundpositionen. Dazu gehört das Bekenntnis zur Verlagerung des Gütertransportes von der Straße auf die Schiene, der verkehrs- und umweltfreundliche Aus- und Neubau von Schienentrassen sowie die Forderung von verbessertem Lärmschutz auch im Bestand.

 

Nach Aussage der beiden Planungsverbände werde die künftige Trassenführung im Raum Rhein-Main-Neckar zugleich den weiteren Ausbau nach Süden mitbestimmen. Wichtige Grundlage für die weitere Diskussion sind die „Knotenstudien Mannheim“, die von Bund und Bahn durchgeführt werden. Wie in der Sitzung zu erfahren war, tauschen sich die benachbarten Planungsakteure unabhängig davon regelmäßig über den Verfahrensstand und die Erfahrungen aus dem sogenannten Beteiligungsforum Neubaustrecke Rhein-Main/Rhein-Neckar aus.

 

Auch die Radschnellwege seien im wörtlichen Sinne ein verbindendes Thema der beiden Planungsverbände. Ihre Verbandsgeschäftsstellen hätten bereits beim Land Interesse für die Unterstützung bei Planung und Bau von solchen Schnellverbindungen signalisiert. Gerade das Oberrheingebiet sei mit seiner flachen Topografie und der dichten Besiedelung prädestiniert für dieses neue, interkommunale Infrastrukturangebot. Entsprechend forderten die Verbandsspitzen, dass Bund und Land dann auch die Trägerschaft dafür übernehmen sollten. In der Diskussion zeigte sich, dass es auch in diesem Bereich funktionale Überschneidungsbereiche und damit interregionalen Abstimmungsbedarf gebe. Dazu gehöre ein möglicher Radschnellweg über den Rhein zwischen Karlsruhe und Wörth.

 

Ein weiteres Thema auf der gemeinsamen Agenda war die bedarfsgerechte Wohnraumversorgung vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklungen in den beiden Regionen. Diese lassen sich laut Sitzungsvorlage mit den Stichworten „älter, bunter, mehr“ beschreiben. Dabei haben wohl die größeren Städte Heidelberg, Mannheim, Karlsruhe und Ludwigshafen derzeit noch relativ geringe Anteile zum Beispiel an 70-Jährigen. Außerdem führe der starke Zuzug vor allem jüngere Menschen in die Regionen. Aber nach Vorausrechnung des Statistischen Landesamtes (Stala) Baden-Württemberg soll etwa in der Region Mittlerer Oberrhein der Anteil dieser Altersgruppe bis zum Jahr 2035 um ein Drittel auf fast 20 Prozent steigen.

 

Die Kombination von attraktivem Arbeitsmarkt und geschätzten Wohnstandorten beschert beiden Regionen anhaltendes Bevölkerungswachstum. Allein im Zeitraum zwischen 2011 und 2015 seien über 100.000 Menschen in den Drei-Länder-Großraum gezogen, wobei in der Metropolregion Rhein-Neckar und am Mittleren Oberrhein jeweils Wachstumsraten von über drei Prozent zu verzeichnen waren. Bis 2020 sei in beiden Räumen zusammengenommen für schätzungsweise 100.000 zusätzliche Einwohner Wohnraum zu schaffen. Zugleich sollen diese Angebote den geänderten Altersstrukturen entsprechen.

 

Beide Planungsverbände verfolgen dabei nach eigenen Angaben gemeinsame Leitprinzipien. Dazu gehörten der sparsame Umgang mit der Fläche zum Beispiel durch Innenentwicklung und hohe Baudichten ebenso wie die Orientierung der Siedlungsentwicklung an Haltepunkten des öffentlichen Schienennahverkehrs. Dadurch sollen wertvolle Landschaftsteile mit möglichst großen Freiräumen zwischen den Siedlungen und die hohe Lebensqualität des Raumes erhalten bleiben.

 

Der Verband Region Rhein-Neckar werbe im Blick auf die Siedlungsentwicklung für das digitale Werkzeug „Raum+Monitor“. Mit dieser Datenbank würden die Kommunen rasch ihre Potenziale an Siedlungsflächen ermitteln und so ein effektives Flächenmanagement betreiben können. Der Regionalverband Mittlerer Oberrhein lasse derzeit in einer Studie die Wohnverhältnisse und Umzugsabsichten in seiner Region ermitteln, um seine Siedlungsentwicklung noch bedarfsorientierter auszurichten zu können.

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