Bevölkerung

Bestand. Auf einer Fläche von 2.137 Quadratkilometern (6 % der Landesfläche von Baden-Württemberg) leben  über 1 Million Menschen. Allein der Landkreis Karlsruhe zählt 433.000 Einwohner. Im Stadtkreis Karlsruhe leben 305.000 Menschen. Im Landkreis Rastatt sind es 226.000 und der Stadtkreis Baden-Baden kommt auf knapp 54.000 Einwohner (Quelle: Statistisches Landesamt, Stand 30.06.2015).

Die Bevölkerungsdichte verschiedener Regionen im Vergleich

Entwicklung. Die Einwohnerzahl  der Region Mittlerer Oberrhein ist in den vergangenen Jahren weiter kräftig gestiegen. Sie liegt momentan zur Jahresmitte 2015 bei rund 1.013.000 Menschen (ohne Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge) – ein Zuwachs von rund 25.000 innerhalb von 4 Jahren.  Ursachen hierfür sind die weiterhin hohen Wanderungsgewinne v.a. aus dem Ausland. Neben der sich verstärkenden Zuwanderung aus ost- und südeuropäischen Ländern ist seit dem Jahr 2014 die Anzahl der Asylsuchenden deutlich gewachsen.  

Durch die starke Zuwanderung rechnet die aktuelle Vorausrechnung des Statistischen Landesamts, die im Dezember 2015 veröffentlicht wurde, mit einem weiteren Anstieg der Einwohnerzahl auf 1.058.000 im Jahr 2020 (+4,8%). Der Scheitel wird für das Jahr 2022 mit rund 1.061.500 erwartet. Anschließend wird mit einem allmählichen Rückgang der Bevölkerung gerechnet. Auch im Jahr 2035 – bis zu diesem Stichjahr reicht die Prognose – sollen noch 40.000 mehr Menschen als heute in der Region leben. Die Bevölkerungsdichte wird demnach bis 2022 von 472 auf fast 500 Einwohner pro Quadratkilometer steigen – dies wäre weiterhin etwa zweimal so viel wie im Bundesdurchschnitt

Bevölkerungsentwicklung in der Region Oberrhein

In Relation zur Einwohnerzahl hat der Anteil der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren in den letzten Jahren stetig abgenommen. Durch die Zuwanderung soll dieser Trend laut Bevölkerungsvorausrechnung geringfügig umgekehrt werden. Während im Jahr 2014 noch 16,0 Prozent der Einwohner in der Region zu dieser Gruppe gezählt haben, rechnen die Statistiker im Jahr 2035 mit einem Anteil von 16,8 Prozent – so viel wie etwa im Jahr 2007 es gewesen sind.

Der Anteil an der Gesamtbevölkerung der ab 65-Jährigen wird hingegen kräftig weitersteigen von derzeit 20,3% auf 26,5% im Jahr 2035. Dabei wird der Anteil der ab 85-Jährigen von 2,7% auf 4,0 % steigen.

Durch die neue Vorausrechnung wird nun mit einem gleichbleibenden Anteil der Einwohner im „Bauherrenalter“ zwischen 30 und 45 Jahren gerechnet. Dieser soll die nächsten Jahre relativ konstant bei knapp 19% bleiben und bis 2035 auf 18,0% sinken.

Entwicklung der Bevölkerungsstruktur

Konsequenzen. Die Kommunen müssen sich bereits heute auf die demografischen Entwicklungen einstellen. Gefragt sind einerseits vermehrt Angebote für die älteren Bürgerinnen und Bürger sowie zur Integration der Zuwanderer. Andererseits sollten Möglichkeiten der (Klein-)Kinderbetreuung, Bildung und Freizeit angeboten werden, um im verschärften Wettbewerb um junge Familien mithalten zu können. Die Ausweisung von Neubaugebieten sollte sich an die wandelnden Bedürfnisse junger Familien und den wachsenden Bedarf an altenbetreuten Wohnungen orientieren.

In einigen ländlicheren Gebieten wird weiterhin mit einem Rückgang der Bevölkerung gerechnet. Die Kosten für die Infrastrukturangebote werden dort künftig auf weniger Schultern verteilt werden. Die Region und die Kommunen werden in diesen Räumen besonders durch die Folgekosten gefordert sein, die der Erhalt des öffentlichen Personennahverkehrs und der Straßen sowie der Strom- und Wasserversorgung mit sich bringen wird. Die Erweiterung sozialer Infrastruktureinrichtungen wie zum Beispiel Altersheime wird überall notwendig werden. Gefragt sind interkommunale und regionale Lösungen.