Reinhard-Baumeister-Preis 2015

Das Thema der Ausschreibung im Jahr 2015 lautete: „Kulturlandschaft im Wandel - gestern und heute“.

Hier gelangen Sie zu den Ausschreibungsunterlagen 2015 und der näheren Beschreibung des Themas.

Preisverleihung 2015

Der Reinhard-Baumeister-Preis 2015 wurde an Frau Veronika Hartl für ihre Arbeit „Innovationslandschaft Karlsruhe SUKZESSIV.DIVERS“ verliehen.

Das ausgezeichnete Bachelorprojekt hat Frau Hartl am Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und industrielle Landschaft an der Technischen Universität München geschrieben.

Zur Arbeit von Frau Hartl:
Die Arbeit von Frau Hartl liefert einen Beitrag zur Qualifizierung und planerischen Aufwertung siedlungsnaher Freiräume. Die siedlungsnahen Freiräume als Übergangsräume zwischen gebauter Umwelt und freier Landschaft bergen besondere regional- und stadtplanerische Herausforderungen. Die Bandbreite der Nutzungsansprüche ist außerordentlich und reicht von siedlungsergänzenden Funktionen, allerlei "Restnutzungen", Freizeit- und Erholungsnutzungen, der Forst- und Landwirtschaft bis hin zum Landschaftsschutz und der ökologischen Vernetzung. Allzu oft hat sich aus der historischen Entwicklung dieser Funktionen ein ungeordnetes Gemenge verschiedenster Landschaftselemente und baulicher Anlagen ergeben. 

Die Arbeit schlägt exemplarisch für einen Bereich im Norden Karlsruhes einen Ansatz vor, der durch geschicktes Aufgreifen und Weiterentwickeln bestehender städtebaulicher und landschaftlicher Strukturen den Siedlungsrand zu einer integralen Produktions- und Erholungslandschaft qualifiziert. Die Strategie besteht in der Entwicklung spannungsreicher Landschaftsräume sowie in der ästhetischen und funktionalen Vermittlung zwischen Siedlungskörper und angrenzender Kulturlandschaft. Das Konzept integriert die ganze Bandbreite der Nutzungsansprüche und vermittelt zwischen den ökonomischen Anforderungen der Agrarwirtschaft, den sozialen Ansprüchen der benachbarten Bevölkerung sowie den ökologischen Anforderungen des gleichermaßen sensiblen wie vorbelasteten Naturraums. Aus den Rückseiten von Siedlungs- und Landschaftsraum entwickelt sie eine tragfähige Nahtstelle zwischen Siedlung und Landschaft, die ein intensives Landschaftserlebnis und die Identifizierung mit der Kulturlandschaft ermöglicht. 

Die Autorin legt ihren konzeptionellen Ansatz präzise, grafisch prägnant und konzeptionell stringent dar. Durch die nachvollziehbare und sorgfältige planerische Argumentation ist die Übertragbarkeit des methodischen Ansatzes gegeben.

Foto: RVMO