Martin-Stieghorst-Auszeichnung 2015

Im Rahmen der Jurysitzung des Reinhard-Baumeister-Preises 2015 hat sich die Jury dafür ausgesprochen, zum Andenken an den im Jahr 2015 verstorbenen langjährigen Mitarbeiter Martin Stieghorst einmalig eine weitere Auszeichnung zu vergeben, die Martin-Stieghorst-Auszeichnung, die mit 350 Euro dotiert ist.

Zum Namensgeber der Auszeichnung:
Herr Stieghorst hatte sein aktives, fast 30-jähriges Berufsleben beim Regionalverband im Jahr 2002 abgeschlossen. Er gehörte zu den Pionieren der hiesigen Regionalplanung und des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein, der sich mit seinem Arbeitsbeginn 1973 in Karlsruhe formierte. Er gestaltete den ersten Regionalplan und seine bis heute zwei Neuauflagen wesentlich mit. Der ebenfalls noch gültige Landschaftsrahmenplan und die Freiraumkonzepte aus seiner Dienstzeit beim Regionalverband tragen ebenfalls seine Handschrift. Vor diesem Hintergrund nahm er auch seinen Lehrauftrag am Karlsruher Institut für Regionalwissenschaften wahr. Ihm war es insbesondere zu verdanken, dass sich das HAUS DER REGION und das Arbeitsfeld der Regionalplanung auch der Öffentlichkeit präsentierten. Dazu organisierte er neben klassischen Fachausstellungen auch mehrere Werkschauen namhafter Künstler im HAUS DER REGION. 

Wir erinnern uns gerne an den engagierten Fachmann, kreativen Kopf und humorvollen Menschen.

Foto von Martin Stieghorst

Auszeichnung

Die Martin-Stieghorst-Auszeichnung 2015 des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein wurde an Frau Iris Lange verliehen für Ihre Masterarbeit „Die historische Kulturlandschaft Potsdam - Eine denkmalpflegerische Untersuchung am Beispiel des inneren Westraumes“.

Diese wurde als „Beste Masterarbeit des Abschlussjahres 2013/2014 im Studiengang Landschaftsarchitektur, Fachgebiet Denkmalpflege an der Technischen Universität Berlin ausgezeichnet. 

Zur Arbeit von Frau Lange:
Kulturlandschaften sind das Ergebnis eines langen, über Jahrhunderte reichenden Wandels der Nutzung durch den Menschen. Viele ehemals prägende Nutzungen und Nutzungsformen sind heute direkt kaum noch erfahrbar, hatten jedoch tiefgreifenden Einfluss auf nachfolgende Nutzungsstrukturen und waren insofern prägend für die heute gegebenen Landschafts- und Nutzungsstrukturen. Ein tiefgreifendes Verständnis heutiger Kulturlandschaften ist somit nur unter Betrachtung dieser historischen Zusammenhänge möglich. 

Die Autorin entwickelt einen innovativen Ansatz zur Abgrenzung historischer Kulturlandschaften und ihrer Kulturlandschaftsbereiche anhand der Anwendung heutiger Methoden der Kulturlandschaftsforschung auf historisches Kartenmaterial. Sie entwickelt hieraus eine Methode der Inventarisierung historisch bedeutsamer Kulturlandschaftsprojekte und wendet diese exemplarisch auf den inneren Westraum der Kulturlandschaft Potsdam an. Sie zeigt damit einen übertragbaren Ansatz auf, die aus der sorgfältigen historischen Analyse konkrete Zielkonzeptionen für einen Landschaftsraum und zielführende Bewertungsmaßstäbe für gegenwärtige Planungsvorhaben abgeleitet werden können.  

Ihre angewendete Kartenanalyse ist methodisch innovativ, sehr gut belegt und nachvollziehbar. Die Autorin spannt eindrucksvoll den Bogen von der historischen Entwicklung eines Landschaftsraums zur heutigen Planungspraxis.

Foto: privat