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PresseInformation Nr. 11

Regionales Konzept für Natur und Landschaft

 

Karlsruhe. Wanderkorridore für Tiere und Pflanzen, Stufenraine, hohe Dichte an Hohlwegen, besondere Schutzverantwortung für Streuobstwiesen – welche Besonderheiten die Natur der Region zu bieten hat, erfuhren die Mitglieder des Planungsausschusses der Region Mittlerer Oberrhein in ihrer Sitzung am Mittwoch. Diese und viele weitere Informationen fasst der Landschaftsrahmenplan der Region zusammen. Die Verwaltung erläuterte einen Zwischenstand in der Sitzung.

 

„Der Landschaftsrahmenplan stellt dar, wohin sich die Landschaft in unserer Region zukünftig entwickeln soll“, erläutert Gerd Hager, Direktor des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein. Großformatige Karten verdeutlichen die landschaftlichen Entwicklungsleitlinien. Für den Plan wurde unter anderem der regionale Biotopverbund erarbeitet. Er benennt Gebiete, die für das Überleben regionstypischer Arten wie Braunkehlchen oder Kiebitz von Bedeutung sind, und stellt regionale Verbundachsen dar, die den genetischen Austausch von Populationen und das Wandern von Arten ermöglichen sollen. Außerdem benennt er besondere landschaftliche Elemente wie Stufenraine und Hohlwege im Kraichgau, ausgedehnte Streuobstwiesen, insbesondere am Ausgang des Murgtals zur Rheinebene oder ausgedehnte feuchte Gebiete mit zahlreichen Gräben in der Rheinebene. Ziel ist es, diese Qualitäten zu sichern und weiterzuentwickeln. „Wir wollen dafür sorgen, dass unsere Region nicht nur wirtschaftlich, sondern auch landschaftlich attraktiv bleibt“, so Hager weiter. „Dieses Ziel können wir erreichen, indem wir Maßnahmen für Natur und Landschaft räumlich bündeln. Mit dem Landschaftsrahmenplan verfügen wir bald über einen Fachplan mit Suchräumen für Kompensationsmaßnahmen. Damit können Kompensationsmaßnahmen und Fördermittel gebündelt eingesetzt werden, um einen Mehrwert für die Region zu erreichen.“ Kompensationsmaßnahmen sollen Eingriffe in die Natur wieder ausgleichen. Beispielsweise kann der mit einem Neubaugebiet verbundene Eingriff durch die Renaturierung eines Fließgewässers ausgeglichen werden. Die Kompensation der Eingriffe ist gesetzlich vorgeschrieben.

 

Der Landschaftsrahmenplan formuliert Ziele und Maßnahmen nicht nur für Pflanzen, Tiere, Lebensräume und das Landschaftsbild, sondern auch für die Naturgüter Boden, Wasser und Klima. Er benennt, was genau wo erhalten oder entwickelt werden soll. Festgehalten werden soll dies in Karten zu den einzelnen Schutzgütern und in textlichen Beschreibungen.

 

Der Regionalverband ist gesetzlich verpflichtet, einen Landschaftsrahmenplan aufzustellen. Öffentliche Stellen müssen seine Inhalte bei Planungen und Verwaltungsverfahren berücksichtigen. Gegenläufige Entscheidungen müssen sie begründen. Verbindlich werden die Inhalte des Landschaftsrahmenplans durch Übernahme in den Regionalplan. Für die Naturschutzverwaltung und andere Umweltbehörden geben sie eine Orientierung für die Planung und die weitere Beurteilung von Vorhaben wie Gewerbeansiedlungen oder Straßenbau. Auch die Landschaftspläne der Kommunen sind hieraus zu entwickeln.

 

Der Landschaftsrahmenplan Mittlerer Oberrhein soll im Herbst 2018 in die Offenlage gehen. Dann können alle Interessierten die Entwürfe auf der Internetseite anschauen und Stellung zu ihm nehmen.

 

 

Foto Stufenraine

Stufenraine sind ein wichtiges Kulturlandschaftselement im Kraichgau (Foto: RVMO)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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