|   Nachrichten

PresseInformation Nr. 21

Die Region im Blick, Europa im Sinn

Karlsruhe. Heute (18.05.) treffen sich in der Stadt Metz Fachleute für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, um sich mit ihrem neuen, großen Nachbarn auszutauschen. Gemeint ist die Region Grand Est, die aus der jüngsten französischen Gebietsreform hervorgegangen und größer als Baden-Württemberg ist. Zu der geladenen Expertenrunde gehört Verbandsdirektor Gerd Hager vom Regionalverband, der bereits in der gestrigen Sitzung des Planungsausschusses in Karlsruhe sinnbildlich die europäische Flagge hisste. “Der Oberrheinraum ist seit Jahrzehnten ein Reallabor der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit für Europa“, ist Hager überzeugt. Im Sinne dieser Erfahrungen und der guten Tradition werde er sich in Metz auch dafür aussprechen, dass die Region bei der derzeitigen Erarbeitung des ersten übergeordneten Planwerkes für die Region Grand Est beteiligt wird. SRADDET, so die französische Abkürzung für den „Regionalen Plan für Raumordnung, nachhaltige Entwicklung und territoriale Chancengleichheit“, solle in einer der nächsten Sitzungen des Planungsausschusses wenn möglich aus erster Hand erläutert werden.

Im diesem Sinne erfuhren die Ausschussmitglieder gestern ebenfalls aus berufenem Munde, wie künftig die Mobilität im PAMINA-Raum verbessert werden soll. Patrice Harster, der französische Direktor des Eurodistrict PAMINA, erläuterte einen entsprechenden Aktionsplan anhand konkreter Projekte. Im Zentrum der anschließenden Diskussion stand die seit Jahren  in der Nähe von Iffezheim gewünschte Radwegverbindung über den Rhein. Hier appellierte das Gremium an die politischen Spitzen, sich für eine Einigung bei den Planungskompetenzen einzusetzen und damit die Umsetzung voranzubringen.

Als Katalysator dafür böte sich das Förderprogramm INTERREG Oberrhein an, das für grenzüberschreitende Projekte insgesamt knapp 110 Millionen Euro als europäische Kofinanzierung in Aussicht stelle. Über dessen Sachstand informierte zuvor Mischa Schmelter vom gemeinsamen INTERREG-Sekretariat in Strasbourg. In den Fokus seiner Ausführungen rückte er einen Aufruf für Projektideen zur “Verringerung der Umweltbelastungen im Rahmen der Wirtschafts- und Siedlungsentwicklung am Oberrhein“.

Ideenreichtum war auch das Stichwort für Verbandsdirektor Hager, der gleich eine ganze Liste von neuen Ideen und Vorhaben der Touristik-Gemeinschaft Baden-Elsass-Pfalz als deren Geschäftsführer vorlegte. Vis-à-Vis, so der Markenname des deutsch-französischen Vereins, könne sich zum Beispiel eine verstärkte Kooperation der Heilbäder im PAMINA-Raum vorstellen. Ebenfalls grenzüberschreitend könnte ein Kunstfestival in Edenkoben oder ein Mountainbike-Park bei Bad Bergzabern ausgerichtet werden. Die in der Südpfalz beliebten Trekking-Plätze inmitten des Waldes könnten Modell stehen für weitere solcher Angebote im PAMINA-Raum.

„Jedes grenzüberschreitende Projekt beflügelt den europäischen Gedanken, nicht nur auf der regionalen Ebene“, so Verbandsdirektor Hager. „Vom Wahlergebnis in Frankreich erwarte ich einen zusätzlichen Schwung auch für den deutsch-französischen Austausch vor Ort“. Mit der Vielfalt seiner grenzüberschreitenden Kooperationen und Erfahrungen könne der Oberrheinraum Impulsgeber und Schrittmacher für eine Europapolitik im Sinne ihrer Erfinder sein.

Zurück