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PresseInformation Nr. 22

Flächengewinn für die Solarenergie

Land genehmigt Teilfortschreibung des Regionalplans

Karlsruhe „Für den Ausbau der großflächigen Solarenergie ist der Boden jetzt bereitet“, freut sich Verbandsdirektor Gerd Hager. Diese Woche habe das Land-Baden-Württemberg die Teilfortschreibung des Regionalplans zum Thema Photovoltaik genehmigt. Damit stünden nun geeignete „Felder für die Stromernte“ bereit. Die Flächenkulisse der Teilfortschreibung besteht nach Angaben des Regionalverbandes aus zwanzig so genannten Vorbehaltsgebieten für Photovoltaik-Freiflächenanlagen, die jeweils mindestens drei Hektar groß sind. Zusammengenommen umfassen diese rund 160 Hektar. Für heutige Anlagen wird eine Energieleistung von etwa einem Megawatt pro Hektar angenommen. Damit können bei gutem Wetter annähernd tausend Haushalte versorgt werden.

Dennoch betont der Regionalverband, dass Standorte im Freiraum nur eine Ergänzung der Energieproduktion sein können. Der Hauptteil der Erzeugung an Solarenergie sollte auf Dächern stattfinden. „Vor allem dort sind die großen Potenziale für Solarenergie in unserer sonnigen Region nicht ausgeschöpft“, macht Gerd Hager deutlich. Daher schlägt er vor, in neuen Gewerbegebieten im Bebauungsplan die Solarenergie auf Dachflächen als verpflichtende Regelnutzung festzuschreiben. Als Vorreiterprojekte nennt er die Dachflächen des ehemaligen Goodyear-Werkes in Philippsburg  sowie des Aldi-Zentrallagers in Rastatt. Vorbildlich ist bereits heute der Trend in vielen Bestandsgewerbegebieten der Region.

„Bei vorhandenen Gebäuden müssen noch mehr Dächer mit Solarmodulen ausgestattet werden“, erläutert Hager. „Solardächer auf Wohngebäuden dienen vor allem der Deckung des Eigenverbrauchs. Die übergeordneten Energienetze können entlastet und ein persönlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden“. Im Rahmen einer Seminarreihe, bei der sich der Regionalverband mit Städten und Gemeinden sowie lokalen Energienetzwerken Konzepte und Maßnahmen über CO2-neutrale Stadtplanung austauscht, sollen diese Themen fokussiert werden. Auch Effizienzsteigerung und Einsparungen seien aus Sicht der Regionalplaner weiterhin große Stellschrauben bei der Energieerzeugung.

Ein Vorbehaltsgebiet, das für eine bestimmte Nutzung im Regionalplan reserviert ist, muss im Fall der Freiflächen-Photovoltaikanlagen eine Mindestgröße (3 ha) haben. Gleichzeitig müssen dort die Förderbedingungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz erfüllt sein. Dazu gehört beispielsweise, dass die Anlagen einen Maximalabstand von Autobahnen oder Schienentrassen von 150 Metern haben. Die Gemeinde kann in einem Vorbehaltsgebiet entscheiden, ob sie für die im Regionalplan reservierte Nutzung die weiteren Planungsschritte im Flächennutzungsplan und mit einem Bebauungsplan entwickeln will. „Die Teilfortschreibung zur Solarenergie ist ein Beitrag der Regionalplanung zum Ausbau der erneuerbaren Energieträger. Nun liegt es in der Hand der Kommunen, ob dort Freiflächenanlagen für Photovoltaik geschaffen werden“, so Hager.

Im neuen Plan ist außerdem ein Pilotstandort für eine schwimmende Photovoltaik-Anlage auf einem Baggersee vorgesehen. „Momentan ist das Thema schwimmender Solarmodule ein innovatives Trendthema“, konstatiert Hager. So sei kürzlich in der benachbarten Region Südlicher Oberrhein auf einem Baggersee die erste schwimmende Photovoltaik-Anlage in Baden-Württemberg entstanden. „Wir wollen bei den schwimmenden Anlagen in unserer Region nachziehen. Interesse ist bei Energiefirmen, Kiesgrubenbetreiber und Gemeinden bereits erkennbar“, erklärt Hager.

Das Verfahren zur Teilfortschreibung Solar wurde im Sommer 2017 begonnen. Es gab zwei Offenlagen sowie eine ergänzende Beteiligung im südlichen Planungsgebiet. Im Dezember 2018 hatte die Verbandsversammlung des Regionalverbands den Satzungsbeschluss gefasst und dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg zur Genehmigung vorgelegt. Von dortiger Seite wurde die Teilfortschreibung nunmehr genehmigt.

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