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PresseInformation Nr. 33

Klimawandel braucht Freiraum: Landschaftsrahmenplan beschlossen

Karlsruhe. Die Region Mittlerer Oberrhein gehört zu den bevölkerungsreichsten Regionen Baden-Württembergs. Durch ihre Lage im Oberrheingraben macht sich der Klimawandel vielerorts früher und stärker bemerkbar. „Es ist deshalb umso wichtiger, dass Siedlungswachstum und Freiraumentwicklung hier Hand in Hand gehen“, so Verbandsdirektor Gerd Hager. Vor diesem Hintergrund hat gestern (04.12.) die Verbandsversammlung den Landschaftsrahmenplan (LRP) für die Region Mittlerer Oberrhein mit großer Mehrheit beschlossen. Der Plan liefert auf der regionalen Ebene ein naturschutzfachliches Konzept für die Freiraumentwicklung. Seine Inhalte werden einerseits in die laufende Fortschreibung des Regionalplans und dessen Umweltprüfung einfließen. Andererseits dient der LRP den Umweltbehörden, Flurbereinigungsverwaltungen, Landschaftserhaltungsverbänden, Fachplanungsträgern sowie Kommunen als Arbeitsgrundlage.

Zu den wesentlichen Inhalten des LRP zählt der regionale Biotopverbund. Gerade auch im Blick auf den Klimawandel gilt es, die Arten bei ihren Wanderbewegungen zu unterstützen und ihnen einen ausreichend großen und durchgängigen Verbund an Lebensräumen anzubieten (siehe auch Anlage). „Dazu brauchen wir genügend Freiräume mit Streuobstwiesen, Trockenrasen, Feuchtgrünland und großen unzerschnittenen Wäldern, die zum Arten- und Klimaschutz beitragen und wertvolle Naherholungsmöglichkeiten bieten“, erklärt Hager. Ein besonderes Augenmerk gelte im LRP auch den Auen. Mit Blick auf die zu erwartenden häufigeren Starkregenereignisse leisten die Auen einen wichtigen Beitrag als natürliche Wasserrückhalteflächen und somit für den Schutz von Siedlungen. Gleichzeitig sind sie Lebensraum für viele bedrohte Tierarten und stellen wichtige Bereiche für die Naherholung dar. „Gerade solche Synergieeffekte sollen mit dem Landschaftsrahmenplan aufgezeigt werden, damit wir uns zukünftig mit vereinten Kräften und zielgerichtetem Einsatz von Finanzmitteln für eine attraktive Region einsetzen können.

Bioklimatisch wertvolle Bereiche im LRP sollen sicherstellen, dass ausgleichende Kaltluftströmungen auch in Zukunft die Siedlungen erreichen und so die Auswirkungen der durch den Klimawandel verstärkt zu erwartenden Hitzewellen abmildern. Neben den genannten Themen formuliert der Landschaftsrahmenplan auch Ziele und Maßnahmen für die Schutzgüter Boden, Wasser und Landschaftsbild.

Der LRP wurde in den letzten drei Jahren unter Beteiligung von Fachleuten erarbeitet. Unter anderem organisierte der Regionalverband mehrere Workshops und Fachforen für Kommunen und Behörden. Insgesamt gingen gut 100 Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange zu den Entwürfen ein. Aus der Öffentlichkeit kamen weit über 1.000 Rückmeldungen zum Planentwurf. Der LRP besteht aus einem 186-seitigen Textband und vier Karten zum Ziel- und Maßnahmenkonzept, die auch im Internet abrufbar sind. Der neue Landschaftsrahmenplan ersetzt den ersten aus dem Jahr 1986.

Anlage: Verbundachsen Biotopverbund Mittlerer Oberrhein

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