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PresseInformation Nr. 33

Region in sechs Jahren um Einwohnerzahl eines Mittelzentrums gewachsen

Bevölkerungsentwicklung in der Region Mittlerer Oberrhein 2011-2017 - Übersichtskarte

 

 

Karlsruhe. Die Zahl der Einwohner ist im vergangenen Jahr in der Region Mittlerer Oberrhein wieder deutlich angestiegen. Allerdings hat sich das Wachstum im Vergleich zu den beiden Vorjahren abgeschwächt. Das belegen die neuesten Bevölkerungszahlen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg. Demnach lebten Ende 2017 zwischen Waghäusel und Ottersweier rund 6.000 Menschen mehr als ein Jahr davor. Insgesamt zählte die Region zu diesem Zeitpunkt fast 1.040.000 Menschen.

 

Die jährliche Wachstumsrate der Bevölkerung im Jahr 2017 zeigt mit 0,6 Prozent eine Normalisierung gegenüber den Zuwachsraten von 2016 (+0,8%) und insbesondere 2015 (+1,6%). In den Jahren 2012 bis 2014 gab es jeweils eine mit 2017 vergleichbare Zunahme.

 

Da es in einzelnen Jahren unter den Kommunen zu Schwankungen kommen kann, sind die mittelfristigen Trends über mehrere Jahre für Rückschlüsse relevant.  Seit Umstellung auf den Zensus 2011 ergibt sich in der Region ein Bevölkerungswachstum von rund 48.500 Einwohnern für den Zeitraum 2011 bis 2017. Dabei trug allein das Jahr 2015 zu einem Drittel bei. „Dieser Zuwachs binnen sechs Jahre ist vergleichbar mit der Einwohnerzahl der Stadt Rastatt“, veranschaulicht Verbandsdirektor Gerd Hager die Dimension der Entwicklung.

 

Ursache des fortlaufenden Bevölkerungswachstums ist weiterhin die Zuwanderung, erklärt der Regionalverband. Zum einem habe der Zulauf aus anderen europäischen Staaten, der bereits in den Jahren zuvor anstieg, sich fortgesetzt Aber auch aus anderen Bundesländern seien weiterhin Menschen in die Region gezogen. Die Zahl der Asylsuchenden ist hingegen im Vergleich zu den beiden Vorjahren zurückgegangen.

 

Besonders stark gewachsen im Zeitraum 2011 bis 2017 sind nach den amtlichen Zahlen in absoluter Hinsicht die Städte Karlsruhe (+19.900 bzw. +6,8%), Bruchsal (+2.400 bzw. +5,6%), Baden-Baden (+2.300 bzw. +4,4%), Rastatt (+2.300 bzw. +5,0%) und Bretten (+1.750 bzw. +6,3%). Prozentual gesehen haben demnach die Gemeinden Gondelsheim (+11,2%), Ottersweier (+10,9%) und die Stadt Philippsburg (+10,1%) am meisten zugelegt. Die Schwarzwaldgemeinde Forbach verbuchte hingegen in den sechs Jahren einen Bevölkerungsrückgang von 2,6 Prozent. Insgesamt würden sich nur drei Gemeinden in der Region durch eine geringfügig rückläufige Bevölkerungszahl abheben.

 

Auch wenn das Bevölkerungswachstum im vergangenen Jahr sich im Vergleich zu den enormen Zuwächsen in den Jahren 2015 und 2016 etwas abgeschwächt hat, betont Hager die unverändert größte Herausforderung für die Stadt- und Regionalplanung seit einem Vierteljahrhundert: „Unsere Region ist ein Zuwanderungsmagnet und wird weiterhin Neubürger anziehen.“

 

Die Anzahl der Wohnungen stieg laut den Landesstatistikern im Jahr 2017 in der Region um rund 3.500 (+0,7%) an. „Wir haben erstmals in der Region mehr als eine halbe Million Wohnungen“, konstatiert Hager.

 

Die jüngst veröffentlichte Studie zur Wohnraumzufriedenheit in der Region verdeutlicht, dass urbane Siedlungstypen mit Geschosswohnungsbau und guter ÖPNV-Anbindung zunehmend auch in den Randbereichen der Verdichtungsräume nachgefragt werden. Daher möchte der Regionalverband den Dialog zwischen den Kommunen in den Verdichtungsräumen um Karlsruhe und den Mittelzentren befördern. „Derzeit wird in unserem Haus eine Studie mit beispielhaften Wohngebieten aus der Region erstellt. Wir möchten zeigen, dass Dichte, hohe Lebensqualität und städtebauliche Attraktivität miteinander vereinbar sind“, nennt Hager ein Beispiel der Aktivitäten des Regionalverbandes und erläutert: „Trotz des enormen Nachfragedrucks in den Außenbereich sollte bei der Realisierung von Wohnbauflächen das Ziel des Flächensparens unsere Leitplanke bleiben. Viele Kommunen wagen bei der Entwicklung neuer Flächen bereits mehr Dichte“. Denn auch in den nächsten Jahren soll sich gemäß der Vorausrechnung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg das Bevölkerungswachstum in der Region Mittlerer Oberrhein fortsetzen.

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