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PresseInformation Nr. 43

Klimaschutz fängt beim Planen an

Karlsruhe/Rastatt. „Als Planerinnen und Planer stellen wir heute die Weichen für die Welt von morgen und geben damit auch Antworten auf die Herausforderungen durch den Klimawandel“, so Verbandsdirektor Gerd Hager diese Woche (07.11.) vor rund 50 Zuhörern im Landratsamt Rastatt. Dorthin hatte der Regionalverband Mittlerer Oberrhein zusammen mit den Energieagenturen der Region zur zweiten Fachveranstaltung unter der Überschrift „CO2-freie Stadtplanung“ eingeladen. Angesprochen waren erneut die Planungsämter der Kommunen in der Region, aber auch Bauträger und Architekten.

Nach der gut besuchten Auftaktveranstaltung im Frühjahr in Ettlingen, standen dieses Mal drei Praxisbeispiele aus Mannheim, Ettlingen und Rastatt im Mittelpunkt der Fachdialoge und Diskussionen, moderiert vom Rastatter Landkreisdezernenten Claus Haberecht.

Einleitend beleuchtete Dr. Volker Stelzer vom Karlsruher Institut für Technologie ausgewählte Herausforderungen und kommunale Handlungsfelder für eine energieoptimierte Planung. Als erstes Beispiel für die CO2-freie Planung eines Neubaugebietes stellten die Projektentwickler Heinz Hanen und Uwe Raffloer das Konversionsprojekt „Blue village Franklin“ aus Mannheim vor. Eine wichtige Grundlage für eine konsequente, energieoptimierte Planung sei hier das Baugebiet aus einer Hand gewesen. So konnte über die Stadtplanung unter anderem der Energieeinsatz für die Gebäude festgesetzt werden, Dachbegrünung, Solaranlagen und Geothermie als Energiequellen. Darauf abgestimmt ist auch die dortige Verkehrserschließung mit einer Reduzierung von Parkraum und Straßenquerschnitt kombiniert mit einer hoch frequenten ÖPNV-Anbindung.

Unter dem Vorzeichen der Klimafreundlichkeit stand auch das zweite von Dr. Stefan Blüm von den Stadtwerken Ettlingen vorgestellte Projekt, das dortige „Musikerviertel“. Obwohl es sich hier überwiegend um Bestandsgebäude handelt, sollen künftig 85 Prozent der bisherigen CO2-Emissionen durch die Nutzung von Nahwärme eingespart werden, gespeist von einer Pelletheizzentrale und einer Solarthermie-Anlage. Zur Versorgungssicherheit stünde später auch eine Bio-Gas-Anlage bereit.

Ein Nahwärmekonzept ist auch die Grundlage für die angestrebte CO2-Einsparung im dritten Praxisbeispiel aus Rastatt, das Volker Bunte von den Stadtwerken Rastatt erläuterte. In den beiden Quartieren „Neue Ludwigsvorstadt“ und „Murg-Carrée“ mit insgesamt rund  560 Wohneinheiten sollen dadurch pro Jahr im Durchschnitt etwa eine Tonne CO2 pro Wohneinheit vermieden werden. Die Wärmeerzeugung erfolgt dabei auf der Basis von Erdgas, Biogas und Holz.

Als zentrale Aspekte für den Erfolg auf dem Weg zu einer CO2-freien Stadtplanung nannten Referenten und Teilnehmer in den anschließenden Diskussionen, die wichtige Rolle von Kommunalpolitik und Verwaltung als unterstützende Projektpartner und Impulse durch passende Förderprogramme. Die Wirtschaftlichkeit neuer Betriebsmodelle sei ebenfalls eine wichtige Stellschraube für die Akzeptanz bei Betreibern und Nutzern. „Auch unsere zweite Veranstaltung hat gezeigt, wie wichtig der regionale Austausch über dieses Thema ist und dass planerische Instrumente eine große Hebelwirkung für die Energiewende und den Klimaschutz haben können“, fasste Gerd Hager in seinem Schlusswort zusammen.

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