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PresseInformation Nr. 19

Demografischer Wandel prägt Stadt- und Regionalplanung

Karlsruhe. Trotz der Zuwanderung von mehrheitlich jüngeren Menschen wird die Alterung der Gesellschaft auch die Region zwischen Bühl  und Waghäusel vor besondere Herausforderungen stellen. Anhand von Daten der aktuellen Bevölkerungsvorausrechnung des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (StaLa) informierte sich der Planungsausschuss des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein gestern (3.07.) über die künftige Altersstruktur bis zum Jahr 2035.

 „Wir werden zwar zahlreicher und bunter, aber mit einem steigenden Anteil an Grautönen“, kommentierte Verbandsdirektor Gerd Hager die voraussichtliche Bevölkerungsentwicklung. „Die Nachfrage nach Standorten für altersgerechte Wohnformen wird steigen. Dazu gehören eine gute Nahversorgung und passende Mobilitätsangebote“.

Laut StaLa soll die Anzahl der über 85-Jährigen in der Region bis zum Jahr 2035 um 15.500 im Vergleich zu 2017 steigen. Das wäre ein Anstieg um 55 Prozent. Entsprechend müssten Kapazitäten für altersgerechte Wohnformen, Pflegeeinrichtungen und Unterstützungsangebote zur selbständigen Alltagsgestaltung massiv ausgebaut werden, gibt Gerd Hager zu bedenken.

Erwartet würden auch erhebliche Auswirkungen, wenn die geburtenstarken Jahrgänge - die sogenannten „Babyboomer“ - in Rente gehen werden. Im Jahr 2035 soll dann nahezu jede dritte Person in der Region mindestens 60 Jahre alt sein (2017: 26,8 Prozent). Bei der Betrachtung der Altersstruktur zeige sich bei Karlsruhe ein Sondereffekt. Durch die hohe Zuwanderung vor allem junger Menschen werde der dortige Anteil der mindestens 60-Jährigen auch im Jahr 2035 mit rund 27 Prozent (2017: 23,7 Prozent) vergleichsweise gering ausfallen. Auch die Mittelzentren Bretten, Bruchsal und Rastatt würden dann noch eine relativ junge Bevölkerung aufweisen. Hingegen soll der bereits heute hohe Anteil der mindestens 60-Jährigen in Baden-Baden von derzeit rund 33 Prozent auf 40 Prozent im Jahr 2035 steigen.

Laut Statistik werden viele der kleineren Kommunen ein deutliches Wachstum bei der Anzahl älterer Menschen verzeichnen. So soll in Hügelsheim sich deren Anteil von heute 19 Prozent bis 2035 auf 32 Prozent dem dann regionalen Durchschnitt annähern.

Eine stabile Entwicklung hingegen werde bei der Gruppe junger Menschen unter 20 Jahren erwartet. Hintergrund ist die hohe Zuwanderung. So soll deren Anzahl bis 2035 sogar um fast 5 Prozent (+8.600) wachsen und ihr Anteil dann an der Gesamtbevölkerung der Region Mittlerer Oberrhein mit rund 18 Prozent gegenüber 2017 nahezu unverändert bleiben. Den mit rund 16 Prozent geringsten Anteil von unter 20-Jährigen verzeichne Baden-Baden voraussichtlich auch noch im Jahr 2035. Spitzenreiter seien dann Philippsburg und Oberderdingen mit fast 20 Prozent der Bevölkerungsgruppe „U20“, so die Prognose.

Insgesamt soll die Bevölkerung in der Region von rund 1.040.000 im Jahr 2017 auf rund 1.076.000 im Jahr 2035 klettern. Dies entspricht einem Zuwachs von über 36.000 Menschen bzw. +3,5 Prozent. Beachtlich ist dabei, dass mit etwa 30.000 neuen Einwohnern bis zum Jahr 2025 der größte Teil des Anstieges bereits in den kommenden Jahren erfolgen soll.

Karte U20

Karte Ü60

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