Interessenvertretung

Verbandsversammlung: Güterverkehr und Endlagersuche

Der Verband Region Karlsruhe hat heute (17.12.) beschlossen, die von der DB kürzlich vorgestellte Antragstrasse der Neu- und Ausbaustrecke Mannheim-Karlsruhe kritisch zu hinterfragen.

 „Wir haben im Zusammenhang mit dem Auswahlverfahren für die als R4 vorgestellte Trasse der Bahn noch offene Fragen“, erläuterte Dr. Christoph Schnaudigel, Vorsitzender des Verbands Region Karlsruhe, das Vorgehen: „Denn die Entscheidung für die R4 ist auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgt.“ Vor allem das Argument, dass die R4 deshalb auch vorzugswürdig sei, weil sie in Teilabschnitten realisiert und in Betrieb gehen könnte, liegt der Region schwer im Magen. „Wir wollen kein Stückwerk. Wir stehen hinter dem Projekt und wollen das Gesamtvorhaben realisiert sehen. Eine Teilinbetriebnahme könnte die Gefahr bergen, dass am Ende des Tages auch nur Teile gebaut werden und anderswo die lauteren Güterzüge weiter auf der Bestandsstrecke rollen“, so Schnaudigel weiter.

Der Verband hat mit großer Mehrheit die Vergabe von zwei Gutachten beschlossen. Im ersten Gutachten soll die Trassenauswahl der DB InfraGO hinterfragt werden. Dabei ist die Vereinbarkeit mit der von der Region verabschiedeten Karlsruher Erklärung zum Güterverkehr auf der Schiene der entscheidende Prüfmaßstab. Im zweiten Gutachten soll – sofern die Trassenauswahl für die R4 korrekt getroffen ist – ausgelotet werden, welche Optimierungen entlang der R4 ergriffen werden können, um die Belastungen für die Anwohner insbesondere in Hambrücken und Waghäusel zu vermeiden oder wenigstens zu verringern. Dabei werden auch die Möglichkeiten für übergesetzlichen Lärmschutz zu prüfen sein.

In der gleichen Sitzung informierte der Verband seine Mitglieder über den Sachstand bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle. Ein für die Region durchaus heikles Thema: „Es ist schwer nachzuvollziehen, dass die Suche nach dem Endlager noch rund 50 Jahre in Anspruch nehmen soll, wenn in der Zwischenzeit die Abfälle beispielsweise in Philippsburg nur zwischengelagert werden und dafür auch in Bälde die Genehmigung ausläuft“, so Schnaudigel. Im Südosten der Region haben nach den jüngsten Angaben der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) Gebiete die Prüfschritte 1 und 2 erfolgreich durchlaufen und sind für die Standortsuche eines Endlagers weiterhin im Rennen. Diese befinden sich in Baden-Baden, Bühl, Bühlertal, Forbach, Gernsbach, Loffenau und Weisenbach.