Karlsruhe/Rastatt. „Gerade Klima- und Artenschutz brauchen den grenzüberschreitenden
Schulterschluss“, unterstrich Andreas Wolf vom Naturschutzzentrum Karlsruhe bei seiner
Begrüßung vor den Toren von Rastatt und leitete damit zum ersten Programmpunkt über. Für
die rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ging es darin zunächst um ein deutsch-
französisches Projekt zum Erhalt von Feuchtgebieten am Oberrhein. Martin Seeger, der mit
dem Ökomobil des Regierungspräsidiums Karlsruhe vor Ort war, veranschaulichte einerseits
die Vielfalt und Bedeutung dieser artenreichen Lebensräume und hob deren wichtige Rolle bei
der Kohlenstoffspeicherung und für den Wasserhaushalt hervor. Andererseits skizzierte der
studierte Naturpädagoge die Bedrohungslage bei vielen dieser Landschaftselemente und
berichtete über geplante Renaturierungsmaßnahmen im INTERREG-Projekt
„Feuchtgebiete/Zones humides“, bei denen die Natur im besten Fall wieder nasse „Füße“
bekommen soll.
An dieses Ziel knüpfe auch „MOOREO“ an, ein weiteres, gerade gestartetes Projekt am
Oberrhein, wie Tilo Wiedemann vom Verband Region Karlsruhe ausführte. Gemeinsam mit der
südlichen Nachbarregion werde sich der Planungsverband der Wiedervernässung von Mooren
als Beitrag für mehr natürlichen Klimaschutz widmen.
Bevor es auf einem Streifzug durch das Rastatter Bruch von der trockenen Theorie in die
feuchte Praxis ging, umrissen Mitarbeiterinnen vom Rastatter Team „Landesgartenschau
2036“ Ideen für die Entwicklung eines Landschaftsparks am westlichen Stadtrand, wo das
Rastatter Bruch angrenzt.
Auf der dort im Anschluss stattfindenden Exkursion gab Martin Seeger zusammen mit Leonard
Pfaff vom Karlsruher Institut für Technologie Einblicke aus wissenschaftlicher und
naturschutzfachlicher Perspektive, mit welchen Maßnahmen Feuchtgebiete revitalisiert und
Biodiversität erhöht werden sollen.
„Der Oberrhein ist nicht nur international bekannt für seine Feuchtgebiete, sondern auch als
ein Hotspot der Klimaerwärmung. Vor diesem Hintergrund sind die vorgestellten Maßnahmen
zum Schutz und die Renaturierung dieser Lebensräume umso wichtiger, damit Bruchwälder
und Moore bei uns auch für die kommenden Generationen lebendig und erlebbar bleiben“, so
das Schlusswort der Veranstalter.
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Eine gemeinsame Veranstaltung im Rahmen der Europawoche, organisiert vom Verband
Region Karlsruhe und vom Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört in Kooperation mit
dem Regierungspräsidium Karlsruhe.
Das vom Regierungspräsidium vorgestellte Projekt „Feuchtgebiete/Zones humides-
Renaturierung und Resilienz von Feuchtgebieten am Oberrhein“ wird über das Programm
INTERREG kofinanziert von der EU und dem Land Baden-Württemberg
Das Projekt MOOREO wird gefördert vom baden-württembergischen Ministerium für Umwelt,
Klimaschutz und Energiewirtschaft sowie dem Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz,
Naturschutz und nukleare Sicherheit.
