Broschüre veröffentlicht: Neue Wege für mehr Wohnraum

Karlsruhe. Nach Abschluss des zweijährigen Projektes „Regionaler Wohnungsbaunavigator Mittlerer Oberrhein“ hat der Verband Region Karlsruhe nun die Ergebnisse in einer Broschüre veröffentlicht. Das Vorhaben wurde vom Bundesamt für Bau- Stadt und Raumforschung und dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen gefördert. Nach der Abschlussveranstaltung in Rastatt im März finden sich die aufbereiteten Inhalte ab sofort in einer kompakten Broschüre wieder. Das Druckwerk ist zudem digital über die Website des Verbandes abrufbar.

Wohnraum braucht Fläche. Deshalb wurden im Projekt zunächst die Flächennutzungspläne der Kommunen auf übrige Reserveflächen für den Wohnbau durchkämmt. Verglichen wurden die so ermittelten Baulücken, Nachverdichtungs- und Innenentwicklungspotenziale mit einer regionalen Bevölkerungs- und Wohnraumbedarfsprognose mit Zieljahr 2040. Die Region wird demzufolge bis 2040 noch um die Größe Rastatts zunehmen. Die zentrale Frage: wie sieht es um die Realisierbarkeit von Wohnraum aus angesichts knapper Ressourcen, geringen Finanzmitteln, Personalengpässen und schwindenden Flächenreserven?

Die Wohnungsnot treffe laut Verband auch in der bis vor wenigen Jahren wirtschaftlich stabilen Region Karlsruhe längst alle Bevölkerungsgruppen, vor allem wenn es um bezahlbaren Wohnraum geht. Gleichzeitig würden mancherorts Wohnformen fehlen, die dem persönlichen Bedarf entsprechen. Das seien vor allem kleine und mittelgroße Wohnungen für Senioren, Singles und „Starterhaushalte“. Ausreichend großer Wohnraum für Familien wäre zwar vorhanden. Doch viele Einfamilienhäuser würden nach Auszug der Kinder oft nur noch von ein oder zwei Personen bewohnt.

Wie, wo und auch von wem zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden soll, habe der Verband über zwei Jahre hinweg in einem intensiven Dialog mit den Mittelzentren der Region, Fachleuten in den Planungsämtern sowie Wohnungsbaugenossenschaften untersucht. Ein Angelpunkt sei dabei gewesen, wie der „Generationenwechsel“ in den Einfamilienhäusern gelingen kann. Ausschlaggebend sei jedoch laut Studie auch, wie die Kommunen sich politisch und planerisch aufstellen, wenn sie die wachsende Bevölkerung adäquat mit Wohnraum versorgen wollen.

 Unterstützung für Kommunen

 In seiner Funktion als Träger der Regionalplanung und Raumentwicklung habe der Verband nun in engem Austausch mit den Modellgemeinden 17 Maßnahmen und Handlungsempfehlungen erarbeitet. Laut Broschüre setzen diese auf unterschiedlichen Ebenen der bedarfsgerechten Wohnraumversorgung und des flächeneffizienten Wohnungsbaus an. „Modellhafte Visualisierungen beispielhafter Wohnquartiere unterstützen darüber hinaus die Kommunikation von Dichte und Qualität auch für Laien“, so der Verbandsdirektor, Prof. Dr. Matthias Proske. „Es kommt darauf an, dass wir nicht am Bedarf der Zukunft vorbeibauen“, so sein Plädoyer für deutlich mehr Geschosswohnungsbau. Das sei nicht zuletzt auch eine Frage der Wertstabilität bestehenden Wohnraums.

Angesichts komplizierter Planungsverfahren und zahlreicher struktureller wie finanzieller Hürden im Wohnungsbau, wünschten sich viele Gemeinden verstärkt Beratungs- und Vermittlungsangebote. Diesen Bedarf möchte der Verband Region Karlsruhe in der Fortführung der thematischen Inhalte des Projektes bedienen. Er stehe den Kommunen mit datenbasierten Wissensgrundlagen sowie als Ansprechpartner bei neuen Wohnbauentwicklungen zur Seite. 

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Gefördert wurde das Projekt im Rahmen des Modellvorhabens der Raumordnung (MORO) „Mehr Wohnungsbau ermöglichen: Raumordnung und interkommunale Kooperation als Wege aus der Wohnungsnot“ des Bundesamts für Bau- Stadt und Raumforschung (BBSR) und dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB).

Unterstützt und mitgetragen haben das Projekt die Modellgemeinden Baden-Baden, Bretten, Bruchsal, Bühl, Ettlingen, Gaggenau, Gernsbach, Karlsruhe und Rastatt sowie der Nachbarschaftsverband Karlsruhe.